Touren-Wegweiser für Radfahren und Wandern

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Radtouren in der Slowakei


Abschnitt:

Topografie, Orientierung, Karten, Übernachten

Topografie

Die Slowakei ist ein sehr gebirgiges Land. Es wird kaum gelingen, eine Radtour ohne Auf und Ab zu planen. Die Slowakei wird im Westen, in der Landesmitte und im Norden durch den Karpatenbogen geprägt. Im Norden dominieren die höchsten Gipfel des Landes in der Hohen Tatra mit bis zu 2655 Metern (Gerlsdorfer Spitze). Westlich und östlich schließen sich die Kleine und Große Fatra sowie die Niedere Tatra an.

Größere Niederungen gibt es nur im Süden entlang der Grenze zu Ungarn.

Unsere Radtouren-Beschreibungen sparen den recht uninteressanten Süden aus und durchqueren insbesondere die Gebirge im Norden und in der Mitte des Landes. Reine Mountainbike-Strecken haben wir nicht berücksichtigt, da sie mit größerem Reisegepäck nicht zu bewältigen sind.

Orientierung

Es gibt in der Slowakei ein sehr einfaches Prinzip bei der Ausschilderung von Radrouten. Die Routen sind durch Farben gekennzeichnet. Richtungspfeile sind selten und Symbole oder Nummern fehlen vollständig. Daher ist es nicht immer erkennbar, welcher Farbe zu folgen ist. Wir halten die Orientierung aber anhand der Ausschilderung für machbar, es muss jedoch ab und zu mit Orientierungsproblemen und längerem Suchen gerechnet werden.

Für ein stressfreies Fahren empfehlen wir daher für die Slowakei sehr unsere Routentracks für Garmin-Navigationsgeräte. Insbesondere in den Abschnitten abseits der Straßen ist es schwierig herauszufinden, wo man gerade ist und wo abzubiegen ist.

Karten

Wir verwenden die slowakischen Radfahrkarten "Cykloturisticka mapa". Sie haben einen Maßstab 1:100.000, neun Karten decken das Land vollständig ab. Sie sind von 1 bis 9 durchnumeriert. Es gibt keine Höhenlinien, aber die Höhenangaben der Gipfel geben eine gute Orientierung zur Topografie. Darüber hinaus sind die Wege mit Steigungsangaben in Prozent versehen.

Ein wichtiges Merkmal der Karten sind die farbig eingezeichneten Radrouten. Die Farben entsprechen den Hinweisschildern entlang der Wege. Nur in Kombination mit den Karten ist es annähernd möglich, herauszufinden, wohin eine farbige Wegekennzeichnung führt, da Ziele und Ortsangaben entlang der Radroute vor Ort meistens fehlen.

Leider werden die Karten nur in großen Abständen aktualisiert. Die Angaben zu den eingezeichneten Campingplätzen sind daher in der Regel unzuverlässig, da es hier häufig Veränderungen gibt.

Übernachten in der Slowakei

Für die Slowakei verzichten wir überwiegend auf Hinweise zu Übernachtungsmöglichkeiten in den Beschreibungen der einzelnen Touren, da es eine recht große Dichte von Pensionen, Privatzimmern und Hotels gibt. Zudem ist die Entwicklung insbesondere des Angebots von Privatzimmern sehr "dynamisch". Man sieht viele neu eröffnete, aber auch geschlossene Unterkunftsmöglichkeiten

Campingplätze

War die Slowakei noch vor einigen Jahrzehnten bevorzugtes Camping-Reiseziel der Bürger aus den benachbarten "sozialistischen Bruderstaaten", gibt es mittlerweile nur noch recht wenige Campingplätze hier. Viele der in Reiseführern und Landkarten verzeichneten Campingplätze sind zwischenzeitlich geschlossen worden. Das Interesse am Camping scheint bei den Slowaken stark nachgelassen zu haben und ausländische Touristen sind allenfalls bei den großen touristischen Attraktionen anzutreffen. Dies sind auch die Orte, wo sich Campingplätze noch halten können.

Der Komfort auf den Plätzen ist relativ einfach im Vergleich zu den westlichen Ländern. Warme Duschen gibt es fast immer und auf vielen Plätzen werden auch Hütten vermietet.

Camping ist in der Slowakei konkurrenzlos preiswert. Für wenige €uro kann man im Zelt übernachten und die warmen Duschen sind meistens im Preis inbegriffen. Die lästigen Münzautomaten an den Duschen gibt es in der Regel nicht.

Übernachten in der Natur

Wer mit dem Zelt unterwegs ist und nicht in Hotels oder Pensionen übernachten möchte, kommt am Zelten in der Natur nicht vorbei. Offiziell ist dies zwar nicht erlaubt, abseits der Orte, in den Wäldern und Bergen findet sich jedoch in der Regel immer eine Möglichkeit, wenn man ein wenig die Augen offen hält. Die Slowaken haben keine Probleme mit dem "Wildzelten"; trotzdem empfehlen wir, grundsätzlich, Stellen zu suchen, die nicht vom Weg aus einsehbar sind. In dicht besiedelten Gegenden ist das Zelten in der Natur kaum möglich, da es zwischen den Feldern und Weinbergen kaum ungenutzte Landschaft gibt.

Schwierigkeiten kann es des öfteren mit der Wasserversorgung beim Naturcamping geben. Wir haben einen Wasserfilter im Gepäck gehabt; das größere Problem ist jedoch häufig, überhaupt Wasser zu finden. Besonders im Juli und August sind in warmen Sommern die kleinen Bäche ausgetrocknet. Da hilft machmal nur, rechtzeitig in einem Supermarkt Wasser zu kaufen oder in einem Haus um Wasser zu bitten. Uns wurden immer unsere 3 leeren 2-Liter-Colaflaschen mit großer Selbstverständlichkeit gefüllt. Das reichts fürs Kochen und das Frühstück am nächsten Morgen, aber die Dusche nach einem schweißtreibenden Radeltag fällt dann aus.

Hotels, Pensionen und Privatzimmer

Hotels, Pensionen und Privatzimmer findet man hauptsächlich in größeren Orten und bei Touristenattraktionen. Die Preise bewegen sich zwischen westeuropäischem Niveau und sehr günstigen Preisen, die etwa 50% niedriger als in Deutschland sind. Trotzdem ist der Standard der Zimmer in der Regel sehr gut. (—»)