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Europäischer Fernwanderweg E4 - Peloponnes/Griechenlanour

Abschnitt:

Etappe Vresthena - Gythio

Am Strand von Gythio - dem Ziel unserer Wanderung
Bild: Am Strand von Gythio - dem Ziel unserer Wanderung

Wir beschreiben auf dieser Seite die Etappe von Vresthena nach Gythio als Teil einer Wanderung auf dem Europäischen Fernwanderweg E4 durch den Peloponnes in Griechenland. Eine Übersicht zu allen Seiten der Wanderung über den E4 - Peloponnes ist oben am Beginn der Seite dargestellt.

Etappenbeschreibung Vresthena - Gythio

Logo E4Für jede Etappe haben wir eine knappe Beschreibung der Strecke und der Landschaft erstellt. Die Einteilung orientiert sich an den von uns gelaufenen Tagesetappen. Eine Tabelle aller wichtigen Wegpunkte (Lebensmittelgeschäft, Unterkunft, Zeltmöglichkeit, Tavernen, Wasserstelle, Hinweise zur Route) findet ihr in der Streckenübersicht. Eine detaillierte Wegbeschreibung findet ihr ausführlich und aktuell im Online-Reiseführer von Ralf Roost.

Etappe Vresthena - Theologos/Sparta - Mystras (21 km + 17 km Taxi)

Der E4 führt uns von Vresthena durch das Tal im trockenen Flussbett bis zu einer Brücke und danch wechselweise über Feldwege und Teerstraßen nach Theologos. Die nächsten 17 Kilometer nach Sparta und weiter bis Mystras verlaufen dann ausschließlich über (zum Teil. verkehrsreiche) Straßen. Daher wird von Theologos aus der Transfer mit dem Taxi bis Mystras empfohlen.

Hinweis:

Im Online Reiseführer Rolf Roost wird seit Frühjahr 2020 davor gewarnt, den E4 im Flusstal zu begehen, da in diesem Teilstück sechs Hunde eine Ziegenherde bewachen. Die Hunde können aggessiv sein, ein Hirte ist nicht in der Nähe. Daher wird empfohlen, von Vresthena aus ca. 9 Kilometer der Straße zu folgen bis zur Brücke, wo man wieder auf den E4 kommt.

Alternativ könnt ihr auch bereits ab Vresthena ein Taxi bestellen und 33 Kilometer nach Mystras fahren. Das haben wir auf unserer Tour gemacht und sind von Mystras aus dann am selben Tag nach Anavytri weiter gewandert.

Etappe Mystras - Anavryti (9 km, über Parori)

Von Mystras nach Anavryti sind es nur 2,5 Stunden Fußweg, so dass ihr diese Etappe auch mit der vorherigen Strecke von Vresthena nach Theologos zusammenfassen könnt, falls ihr euch die antiken Stätten von Mystras nicht anschauen möchtet.

Mystras ist ein touristischer Ort am Fuß des beeindruckenden, schroffen Taygetosgebirges. Die eigentliche Attraktion ist aber das antike Mystras. Wie ein Adlerhorst hoch oben auf einem Felssporn thront die byzantinische Ruinenstadt über dem Tal. Das UNESCO-Weltkulturerbe mit seiner Zitadelle, mehreren Kirchen und Klöstern ist unbedingt einen Besuch wert. Wer nur von Mystras bis Anavryti wandert, hat genug Zeit für die Besichtigung.

Hinweis

Am Dorfplatz in Mystras folgen wir dem GPS-Track, der hier ausnahmsweise von der E4-Markierung abweicht. Der Track führt uns durch eine sehr schöne Schlucht und ist viel beeindruckender als der über Forstwege verlaufende E4.

Der GPS-Track bringt uns zunächst vom Dorfplatz in Mystras durch Oliven- und Obstplantagen sehr schön über die praktisch verkehrsfreie kleine Straße nach Parori. Ab hier folgen wir dem Wanderzeichen mit dem roten Dreieck auf einem Pfad hinauf durch die Schlucht. Ein toller Weg, teilweise laufen wir auf der Abdeckung einer Wasserleitung an den Felswänden entlang. Nach 45 Minuten treffen wir an der Kapelle "Metamorfosis Sotiras" wieder auf die E4-Markierung. (siehe Karte "Wegführung bei Mystras")

Ein Feldweg bringt uns nun in vielen Serpentinen aus der Schlucht hinauf zum Kloster Faneromenti. Auf der Wiese am Kloster könnte man auch zelten. Kurze Zeit später erreichen wir Anavryti, das sehr schön in den Bergen liegt und ein beliebtes Ausflugsziel ist. Hier gibt es Unterkünfte und eine Taverne. Alternativ finden sich nach ca. 30 Minuten weiter bergauf im Wald die ersten Möglichkeiten zum Zelten.

Etappe Anavryti - Arna (26 km)

Diese Etappe führt uns mitten durch das großartige Taygetosgebirge, mit Sicherheit einer der Höhepunkte der gesamten Wanderung. Die Landschaft ist nun vollkommen anders als auf den vorherigen Etappen, wir staunen immer wieder über die Vielfalt des E4.

Der Weg von Anavryti bis Arna ist in einem Tag zu schaffen, allerdings wird es dann eine sehr lange und anstrengende Wanderung mit jeweils rund 2.000 Höhenmetern bergauf und bergab. Mindestens 10 Stunden reine Laufzeit benötigt ihr hierfür. Wem dies zuviel ist oder wer zusätzlich noch auf den Gipfel des 2407 Meter hohen Profiti Ilias möchte, muss eine Zwischenübernachtung einplanen.

Ab Anavryti geht es, zeitweise sehr steil, durch einen sehr schönen Nadelwald aufwärts. Nach ca. 30 Minuten finden sich die ersten Möglichkeiten zum Zelten (siehe vorherige Etappe). Nach ca. 30 weiteren Minuten kommt unser Waldpfad auf eine Forststraße, die sich am Hang entlang zieht. An einigen Stellen münden andere Forstwege ein, hier könnte man notfalls direkt am Straßenrand zelten. Ab einem Rastplatz an einem Brunnen zweigt der E4 wieder auf einen schmalen Pfad ab, der uns sehr steil und steinig den Berg hinauf führt. Später wird es flacher und wir wandern über herrlich weichen Nadelboden.

Es ist eine echte Genuss-Strecke, eine wahre Wohltat für unsere Füße und ein großartiger Weg. Der uralten, knorrige Pinienwald ist einfach wunderschön, schon die mächtigen Äste dieser Baumveteranen sind beeindruckend. Schließlich erreichen wir die Baumgrenze. Über uns thront die markante Felspyramide des Profiti Ilias, mit 2407 Metern der höchste Berg des Peloponnes. Hier finden sich großartige Zeltplätze mit einem Traumblick von den Berggipfeln bis zum weit entfernten Meer, das verheißungsvoll in der Sonne glitzert.

Nun wandern wir bequem mit etwas Auf und Ab bis zur Schutzhütte des Taygetos (ca. 4,5 Stunden Laufzeit bzw. ca. 1100 Höhenmeter ab Anavryti).

Hinweis:

An der Schutzhütte auf 1550 Metern Höhe startet der Bergpfad zum Gipfel des Profitis Ilias. Bei klarem Wetter ein sehr empfehlenswerter Abstecher, der uns mit einer großartigen Fernsicht belohnt. Der Aufstieg über rund 860 Hohenmeter auf 4 Kilometern ist technisch einfach, im letzten Stück aber sehr steil. Diese Extratour erfordert eine Zwischenübernachtung, z.B. an der Berghütte oder ggf. sogar mit (warmen) Schlafsack auf dem Gipfel.

Hinter der Schutzhütte wird es wieder anstrengend. Wir laufen auf felsigem Pfad steil durch Wald bergab. Der Weg führt uns schließlich über eine blanke Felsplatte und eine Eisenstiege (beide leicht und völlig gefahrlos zu gehen) hinunter in eine kleine Schlucht und über einige Geröllfelder. Hinter der schön auf einer Wiese gelegenen Mountain Cabin geht es schon wieder auf schmalem Pfad sehr steil und schweißtreibend durch dichten Nadelwald nach oben bis auf einen Sattel und direkt danach steil auf der anderen Seite nach unten, wo wir direkt bei der Kapelle "Agios Dimitros" auf die Forststraße treffen. Den schönen Platz vor der Kapelle mit einem plätschernden Brunnen solltet ihr unbedingt für eine Rast nutzen. Die Wiese empfiehlt sich ggf. auch als Zeltstelle. Denn erst kurz vor Arna (ca. 10 Kilometer bzw. 3,5 Stunden Gehzeit) findet ihr die nächste gute Möglichkeit zum Zelten und Tanken von Trinkwasser.

Ab der Kapelle wird der Weg für einige Zeit einfach, denn wir wandern bergab über eine Forststraße. Doch dann geht es über einen sehr felsigen, umwegsamen Pfad bergauf in den Wald zu einer kleinen Kapelle aus Bruchsteinen und danach habt ihr das wohl anstrengendste Stück der Etappe vor euch.

Durch Windbruch liegen immer wieder große Äste oder auch Baumstämme quer über dem Pfad, die es zu überklettern oder auf dem steilen Berghang zu umgehen gilt. Zusätzlich gibt es viele große und kleine Felsen im Weg, Wildschweine haben den Waldboden vollständig umgepflügt. Als Wanderpfad ist die Strecke eigentlich nur durch die häufigen Wegweiser des E4 zu identifizieren. Das Laufen ist sehr beschwerlich, man kommt nur langsam voran. Doch immer wieder können wir zwischen den Bäumen sehr schöne Ausblicke in die Bergwelt des Taygetos genießen, das entschädigt für manche Mühe.

Schließlich treten wir aus dem Wald heraus und blicken auf senkrechte Felswände im oberen Bereich der Talhänge, einfach großartig. Wir wandern bergab, immer näher treten die Felsen an den Weg heran, der schließlich für einige Meter direkt in der Felswand verläuft. Die kurze Passage wird "Kameno Vrachos" (geschlagener Fels) genannt. Sieht spektakulär aus, ist aber vollkommen gefahrlos zu begehen, da der Pfad sehr breit und eben ist.

Danach liegen der Wald und damit auch der Windbruch endlich hinter uns. Macchiagestrüpp säumt nun den Weg, der stetig leicht bergab parallel zum steilen Hang führt. Der Pfad ist zwar felsig, aber deutlich einfacher und zügiger zu laufen.

Wir kommen wieder in die Zivilisation, schon von weitem sehen wir das Dach einer Kapelle. Hier endet der schmale Pfad. Auf der Wiese vor der Kapelle könnt ihr sehr gut zelten und eine herrliche Sicht auf den Profitis Ilias genießen. Eine hier beginnende Straße bringt uns nun zügig bergab, vorbei am Dorf Spartia, in das nur knapp 2 Kilometer entfernte Arna.

Karte Vresthena - Gythio
Bild: Karte Vresthena - Gythio
Umgehung des Dorfes Desfina (Etappe Arna - Kloster Zodocho Pigis)
Bild: Wegführung bei Mystras (Etappe Mystras - Anavryti)
Umgehung des Dorfes Desfina (Etappe Arna - Kloster Zodocho Pigis)
Bild: Umgehung des Dorfes Desfina (Etappe Arna - Kloster Zodocho Pigis)
Bild: Abenteuerlicher Weg durch die Schlucht bei Mystras
Steiler Pfad hinter Anavryti zur Taygetos-Schutzhütte
Bild: Steiler Pfad hinter Anavryti zur Taygetos-Schutzhütte
Der Kameno Vrachos
Bild: Der Kameno Vrachos
Dorfplatz in Arna
Bild: Dorfplatz in Arna

Etappe Arna - Kloster Zodocho Pigis (26 km, ohne Schlaufe nach Desfina)

Arna ist wirklich eine Perle unter den urigen Bergdörfern, durch die uns der E4 führt. Besonders schön ist der Dorfplatz mit den Kafenions und Tavernen unter einer wirklich gigantischen Plantane, dem Wahrzeichen des Ortes. Es soll eine der größten und ältesten ihrer Art in ganz Griechenland sein, was wir gerne glauben. Der imponierende Baum wölbt sich wie ein Baldachin schützend über den gesamten Platz und stützt sich mit seinen Ästen sogar schon auf den umliegenden Hausdächern ab.

Hinter Arna wird es wieder anstrengend. Ein Pfad führt vom Dorf steil 300 Höhenmeter hinunter und wir müssen nun auf der anderen Seite mühsam 500 Höhenmeter wieder empor steigen. Es ist ein mühsamer Aufstieg, aber eine wunderbare Strecke. Wir gehen nun durch einen herrlichen Eichenwald. Das dichte Laub der mächtigen Bäume läßt kaum einen Sonnenstrahl auf den Boden, moosüberzogene Felsen säumen den Weg, der parallel zu einem trockenen Flussbett immer weiter bergauf führt. Oft wandern wir über historische Wege mit über die Jahrhunderte blank gelaufenen Kopfsteinpflaster. Im dämmrigen Licht erscheinen die knorrigen Baumstämme wie verzauberte Fabelwesen. Ein Ort mit einer ganz besonderen, märchenhaften Atmosphäre.

Schließlich wird der Wald lichter, wir treten hinaus auf eine Straße neben der Kirche Agia Apostoli. Auf der gegenüber liegenden Talseite sehen wir die Dörfer Spartia und Arna liegen und in der Ferne die hohen Berge des Taygetos. Von nun an führt der E4 im Wesentlichen nur noch hinunter bis zum Meer. Vorbei geht es am großen Kloster Pangia Giatrissa, das wie eine Festung über dem Tal wacht. Wir haben es bereits von Arna aus sehen können. In vielen Serpentinen laufen wir auf der Straße talwärts, einige der Kurven kürzen wir über gut gehbare Pfade und Feldwege ab.

Im Ort Kastania merkt man, dass wir nun in die Region Mani gekommen sind. Die Häuser sind weiß verputzt, über die Hügel rings umher ziehen sich endlose Olivienhaine. Unser E4 verläuft abwechselnd über Feldwege und schmale Teersträßchen. Den Abzweig nach Agios Nikolaos lassen wir links liegen, sofern wir nicht im ein Kilometer entfernten Ort einkaufen oder übernachten möchten.

Hinweis:

Kurz hinter Agios Nikolaos zieht sich der E4 auf der Straße am Talhang zum verlassenen Ort Desfina. Wir können diese 4,5 Kilometer lange Schlaufe abkürzen, indem wir über einen Feldweg durch Olivenhaine hinunter in den Talgrund, ein Stück parallel zur Straße mit dem E4 laufen und schlileßlich wieder auf einem Feldweg auf die Markierung des E4 treffen (siehe Karte "Umgehung des Dorfes Defina")

Immer weiter geht es durch endlose Olivenhaine. Zwar wandern wir über geteerte Straßen oder breite Feldwege, doch die Strecke ist wegen der ständig wechselnden Ausblicke auf die umgebenden Hügel mit den kleinen weißen Dörfern, das Meer vor uns und die hohen Bergein unserem Rücken alles andere als langweilig. Schließlich erreichen wir das verlassene Kloster Zochodou Pigis. Vor der Klostermauer finden wir einen wunderbaren Zeltplatz auf einer ebenen Wiese mit Traumblick bis zum Golf von Gythio, dem Ziel unserer Wanderung.

Etappe Kloster Zodocho Pigis - Gythio (26 km)

Die letzte Etappe führt nur bergab und ausschließlich über schmale Straßen. Manchmal sind es Schotterwege, aber überwiegend laufen wir auf Teer - Gott sei Dank aber praktisch immer ohne Autoverkehr. Spätestens im Dorf Krini merken wir, dass das Meer nicht mehr weit ist. Die Vegetation ist nun mediteran. Äpfel, Orangen, Zitrronen und Feigen wachsen in den Gärten, Rosen und Oleander schmücken den Wegrand. Mannshohe Aloe Vera und wahre Kaktus-"Bäume" mit verlockenden (aber sehr stacheligen) Früchten stehen an der Straße. Weiter geht es bergab und bald sind wir im Tal angelangt. Unser Weg führt durch Olivenhaine, auf einem Feldweg gelangen wir zum Dorf Platanos. Im weiteren Streckenverlauf merken wir leider die Nähe der Stadt immer mehr. Wir hören den Autolärm der Hauptstraße und sehen in der Ferne tatsächlich auch eine Fabrik, das erste Zeichen unserer Industriegesellschaft seit Beginn der Wanderung vor rund 300 Kliometern. Einen letzten kleinen Hügel gilt es zu überwinden, dann gelangen wir nach kurzer Zeit an den Ortsrand der Stadt Gythio, unserem Ziel.

Auf dem Weg ins Zentrum der Stadti kommen wir an der Kirche Agia Triada vorbei. Direkt unterhalb der Kirche befindet sich die Haltestelle der IC-Fernbusse nach Sparta - Tripoli - Athen. Schräg gegenüber liegt das Verkaufsbüro der Busgesellschaft KTEL (Straße Vasileos Georgiou 98).

Gythio ist eine sehr hübsche Kleinstadt mit einer neuen Promenade am Meer. Hier reihen sich die Hotels, Pensionen, Kafenions und Tavernen aneinander. Mittelpunkt ist der Hafen, wo Fischerboote im Wasser schaukeln. Dahinter ziehen sich bunte Häuser einen Hang empor. Es gibt auch einige Urlauber hier, aber die Stadt lebt nicht ausschließlich von ihnen. Ein großer Unterschied zu den sterilen Touristenghettos, die man leider häufig am Mittelmeer findet. Es lohnt sich, hier noch ein oder zwei Tage zu bleiben, um die Reise ausklingen zu lassen und zu faulenzen. Im benachbarten Ortsteil Mavrovouni (4,5 km von Gythio Stadtmitte entfernt) gibt es dafür einen grobsandigen Strand, unmittelbar dahinter liegt ein Campingplatz.

Agios Nikolaos in der Region Mani, im Hintergrund der Gipfel des Profitis Ilias
Bild: Agios Nikolaos in der Region Mani, im Hintergrund der Gipfel des Profitis Ilias (Nächste Seite Nächste Seite)