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Erfahrungen mit Zelten

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Nammatj 3GT von Hillerberg auf Island. Aussenzelt wurde wegen des starken Windes mit Steinen beschwert.
Bild: Nammatj 3GT von Hillerberg auf Island. Aussenzelt wurde wegen des starken Windes mit Steinen beschwert.

Wir beschreiben auf dieser Seite unsere Erfahrungen mit Zelten.

Während unzähliger Touren haben wir in Zelten übernachtet. Zelten ermöglicht uns die Kosten einer Reise rapide zu senken und wir sind außerdem wesentlich näher an der Natur. Nicht schön sind die insbesondere in Deutschland anzutreffenden Campingplätze, die überwiegend von Dauercampern belegt werden. Leider kommt es auch nicht so selten vor, dass wir unser Zelt zwischen Wohnwagen und Wohnmobilen eingekesselt aufstellen müssen. Aber zum Glück gibt es auch noch genügend Campingplätze mit einer schönen, separaten Zeltwiese. Häufig werden Zelte auf den Campingplätzen in die unattraktiven Ecken verbannt. Die Wohnwagen und Wohnmobile stehen dann z.B. in Reih und Glied an den Stellen mit Seeblick, während die Zelte in einer hinteren Ecke neben einer Straße plaziert sind. Zum Ausgleich finden sich insbesondere in Skandinavien mit dem Jedermannsrecht wunderschöne Zeltstellen an einsamen Seen oder Fjorden, die einem unvergessliche Eindrücke schenken. Gerade in Skandinavien gibt es zudem wegen des rauhen Klimas auf vielen Campingplätzen Aufenthaltsräume und Küchen/Kochgelegenheiten.

Worauf sollte man beim Kauf eines Zeltes achten? Unsere Ausführungen beziehen sich nicht auf das Zelten in tropischen und Wüstengegenden. Reichhaltige Erfahrungen haben wir in gemäßigten und arktischen Breitengraden gesammelt. Die Qualität von Zelten bestimmen wir über folgende Kriterien:

Erfahrungen mit den von uns aktuell eingesetzen Zelten:

Wir möchten gleich vorneweg erwähnen, dass die schwedische Firma Hilleberg aus unserer Sicht mit die besten Zelte für den Touren- und Expeditionsbedarf herstellt. Die Zelte von Hilleberg sind stabil, wetterfest, von hoher Qualität und sehr funktionell und gut durchdacht. Wir werden übrigens nicht von Hilleberg gesponsert. Allerdings haben diese Zelte auch ihren Preis.

Zeltmaterial Baumwolle

Wegen ihres geringen Gewichtes kommen für Radler und Wanderer eigentlich nur Kunststoffzelte in Betracht. Wir besitzen auch ein großes Tipi aus Baumwolle für acht Personen, das wegen seines Gewichtes von 10 Kilogramm eigentlich nur als Basislager oder für Touren mit dem Auto in Frage kommt. Falls sich jedoch acht Personen ein solches Zelt teilen, ist das Zeltgewicht pro Person wieder sehr günstig. Baumwollzelte haben den Vorteil, sehr atmungsaktiv zu sein und ein hervorragendes Klima im Zelt zu produzieren. Leider trocknen sie sehr lange und saugen sich bei Regen voll Nässe. Sie sind dann noch wesentlich schwerer und sollten nicht mehrere Tage dauerfeucht transportiert werden. Lange Feuchtigkeit schadet der Imprägnierung und führt zu Schimmelbildung. Baumwollzelte sind nur wasserdicht, wenn sie gut imprägniert sind.

Baumwollzelte werden fast immer als einwandige Zelte hergestellt. Dies ist bei diesem Material auch völlig ausreichend, wenn sie gut imprägniert sind. Zweiwandige Baumwollzelte würden wohl jeden Gewichtsrahmen sprengen.

Zeltmaterial Kunststoff

Kunststoffzelte sind in der Regel die richtige Wahl für Radler und Wanderer. Auf Grund des Materials sind sie ziemlich leicht. Feuchte Zelte kann man vor dem Einpacken gut schütteln, dadurch verlieren sie einige Nässe und damit auch einiges von dem zusätzlich angesammelten Gewicht.

Kunststoffzelte müssen immer zweiwandig konstruriert sein. Dies fördert zum Einen die Isolation gegen Kälte und verhindert das Ansammeln von Schwitzwasser im Innenzelt.

Die Hersteller produzieren ihre Zelte aus einer Vielzahl unterschiedlicher Kunststoffe, die sich hinsichtlich ihrer Qualität deutlich unterscheiden. Die Qualität des Materials beim Kauf zu beurteilen, ist recht schwierig. Ein simples Kriterium ist der Preis: Je billiger das Zelt, um so einfacher ist das Zeltmaterial. Zeltstoffe sollten sehr dicht gewebt und nicht zu dünn sein, um eine hohe Reißfestigkeit aufzuweisen und mechanischen Belastungen (Äste, kiesige oder felsige Untergründe, Wind etc.) eine gewisse Widerstandskraft entgegen zu setzen. Der Zeltboden ist bei guten Zelten wannenförmig ausgebildet und wesentlich fester als die Seitenwände. Durch die Wannenform wird auch bei kleineren Überschwemmungen ein Eindringen des Wassers ins Innenzelt verhindert.

Hilleberg bietet seine Zelttypen in unterschiedlichen Wandstärken an. Damit kann man den für seinen Bedarf optimalen Kompromiss zwischen Zeltgewicht (bedingt durch die Materialstärke) und Reißfestigkeit wählen.

Viele Kunststoffzelte sind imprägniert und auch nur dann dauerhafter wasserdicht, wenn sie entweder ganz neu oder gut nachimprägniert werden. Die Zelte von Hilleberg sind nicht imprägniert und brauchen dem entsprechend auch nicht nachimprägniert werden. Das hat den unschätzbaren Vorteil, dass durch Regen oder feuchten Transport die Imprägnierung nicht ausgewaschen werden kann. Trotzdem sollten sie nicht tagelang feucht aufbewahrt werden.

Irgendwann ist durch die Sonneneinstrahlung und die mechanische Belastung durch sehr häufiges Auf- und Abbauens jedes Zeltmaterial am Ende seiner Lebenszeit angekommen. Das gilt auch für Hillebergzelte, die dann nach vielen Jahren und intensiven Gebrauchs allmählich Wasser durchlassen. Wir setzen jedes unserer Hillebergzelte über viele Jahre ein, bis sie schließlich ausgemustert werden. In jedem Jahr werden sie während mehrerer Monate täglich auf- und abgebaut!

Zeltform

Die Form des Zeltes beeinflusst die Windstabilität und die Größe des Innenraums und damit den Komfort im Innenraum.

Sturmfest sind in der Hauptsache Kuppelzelte in entsprechender Qualität. Tunnelzelte können ähnlich windstabil sein wie sturmfest ausgelegte Kuppelzelte.

Neben der Qualität des Zeltstoffes sind die Qualität der Zeltbögen und die Zeltform im Detail hinsichtlich der Sturmfestigkeit ausschlaggebend. So sollten die Außenzeltwände bis zum Boden herunter gezogen sein, damit der Wind sich nicht in das Außenzelt zwängen kann. Bei Kuppelzelten bestimmt die Anzahl und Kreuzung der Bogen entscheidend die Sturmfestigkeit.

Wir setzen überwiegend Tunnelzelte von Hilleberg ein und haben damit auch sehr gute Erfahrungen in starken Stürmen gemacht. Wenn es richtig stark weht, sollte ein Tunnelzelt allerdings mit der Längsachse in den Wind gestellt sein, was bei schwierigen Untergründen oder wechselnden Windrichungen problematisch umzusetzen sein kann.

Tunnelzelte bieten ein sehr gutes Raumangebot, das Verhältnis von Raum zu Gewicht ist optimal. Durch eine Verlängerung des Tunnels lassen sich auf einfache Weise beliebig große Vorzelte realisieren. Bei Regen und Schnee ist ein ausreichend groß dimensioniertes Vorzelt sehr wichtig. Idealerweise ist das Vorzelt so groß, das man bei Regen darin die nasse Regenkleidung ausziehen kann. Sp bleibt dann das Innenzelt und damit auch Liegematte und Schlafsack trocken. Im Vorzelt wird ein Großteil des Gepäcks gelagert. Dies sind vor allem Rucksäcke oder Fahrradtaschen, Schuhe, Kocher und nasse Kleidungsstücke. Außerdem wird bei Regen und Wind im Vorzelt gekocht. Dies alles erfordert ein hinreichend großes Vorzelt, das insbesondere bei Tunnelzelten zu finden sind.

Bei vielen Kuppelzelten sind die Vorzelte viel zu klein dimensioniert und haben eher kosmetischen Charakter. Ausreichend große Vorzelte bei Kuppelzelten erfordern weitere Gestängebogen. Kuppelzelte mit nur zwei Bogen können nur winzige Vorzelte realisieren.

Als Basislager und bei Autofahrten nutzen wir sehr gerne unser Tipi. Durch die drei Meter hohe Stange in der Zeltmitte bietet es sogar Stehhöhe an. In dem Baumwollzelt kann ein Holzofen aufgestellt werden. Der Rauchabzug erfolgt über ein Ofenrohr, das durch eine speziell dafür konstruierte Klappe nach Außen geführt ist. Wenn es draußen kalt ist, erzeugt der Ofen im Zelt eine wunderbare Wärme, außerdem kann man hervorragend darauf kochen..

Innen- und Außenzelt

Wir haben bereits erwähnt, dass Kunststoffzelte immer aus einem Innen- und einem Außenzelt konstruiert sein müssen. Damit wird Feuchtigkeit im Innenzelt vermieden und die Isolation gegen Kälte verbessert.

Innen- und Außenzelt müssen getrennt auf- und abbaubar sein. Bei einem feuchten Zelt baut man zuerst das trockene Innenzelt ab und anschließend das nasse Außenzelt. Abends wird dann in umgekehrter Folge zunächst das Außenzelt aufgestellt und anschließend das Innenzelt über elastische Bänder wieder in das Außenzelt eingehängt. Das Ganze sollte möglichst leicht und einfach zu bewerkstelligen sein, vor allem, wenn man in strömenden Regen oder Sturm sein Zelt aufbauen muss.

Wir besitzen ein Zelte von Exped, bei dem Innen- und Außenzelt separat aufstellbar sind. Leider ist die Konstruktion so schlecht, dass ohne Innenzelt das Auenzelt flacher und breiter wird, das Innenzelt gibt quasi dem Außenzelt erst die endgültige Form. Folge ist, dass der getrennte Auf- und Abbau sehr mühsam sind. Die Einhängevorrichtungen für das Innenzelt müssen so gestaltet sein, dass sie sich nicht selbständig lösen, jedoch leicht ein- und ausgehängt werden können. Zwischen Innen- und Außenzelt sollte der Abstand ungefähr 10 Zentimeter betragen.

Unterboden

Viele Hersteller bieten zu ihren Zelten auf Maß geschnittene Unterböden an, die zusätzlich erworben werden können und einen weiteren Schutz für den Zeltboden darstellen. Bei steinigen Untergründen wird auf diese Weise zuerst der leicht austauschbare Unterboden beschädigt. Der Unterboden soll, wie das Innenzelt, einfach ein- und ausgehängt werden können.

Reißverschlüsse und Eingänge

Die Eingänge werden mit Reißverschlüssen verschlossen. Dem entsprechend unterliegen die Reißverschlüsse einer hohen Belastung und müssen von guter Qualität, leichtgängig und möglichst mit einer Hand zu öffnen sein. Hilleberg hat die Eingänge gerundet ausgestaltet, was ermöglicht, mit einem Zug eine Tür zu öffnen und die Belastung des Reißverschlusses reduziert. Bei den Tunnelzelten von Hilleberg sind die Eingänge des Außenzeltes mit einem Regenschutz ausgestattet. Er verhindert, dass Feuchtigkeit durch den Reißverschluss ins Zelt tropft.

Um Zelteingänge dauerhaft offen halten zu können, werden sie in der Regel aufgerollt und dann mittels eines oder mehrerer Bänder befestigt. Bei unserem Zelt von Exped waren nach einem Jahr Gebrauch fast alle Befestigungen für die Türen gerissen!

Um eine ausreichende Durchlüftung zu ermöglichen, muss ein Kunststoffzelt mindestens zwei gegenüber liegende Öffnungen haben. Es gibt Zelte mit zwei Eingängen, was sehr praktisch sein kann. Bei Zelten mit einem Eingang sollte auf der gegenüberliegenden Seite eine ausreichend dimensionierte Lüftungsklappe im Innen- und Außenzelt vorhanden sein, die mit Reißverschlüssen geöffnet werden und zusätzlich mit einem Mückennetz verschlossen werden kann. Lüftungsklappen müssen mit einem dichten Zeltstoff geschlossen werden können, damit bei Sturm kein Wind ins Zelt drücket.

Gestänge

Die meisten Zelte werden heutzutage durch biegsame Gestängebogen geformt. Ein Bogen besteht aus mehreren Elementen, die zusammen gesteckt werden und durch elastische Bänder verbunden sind. Die Bögen sollen einerseits leicht und andererseits sehr stabil sein. Hier gibt es sehr große Unterschiede in der Qualität. Hilleberg hat je nach Zeltgröße unterschiedliche Durchmesser der Bögen. Ein großer Gestängedurchmesser ist sturmsicherer. Schlechtes Material und kleine Durchmesser der Bögen führen leicht zum Bruch bei starken Winden. Auch hier zeichnet sich Hilleberg durch ausgezeichnete Eigenschaften aus.

Die Gestängebogen werden durch Laschen im Zelt geführt und dann unter Spannung befestigt. Dadurch spannen sie das Zelt auf. Wichtig ist, dass die Laschen durchgehend sind, damit der Bogen einfach durchgeschoben werden kann. An ihrem Ende muss die Lasche in ausreichender Größe aus verstärktem Material gehalten sein, damit beim Spannen der Bögen kein Loch hinein drücken kann. Bei unserem Zelt von Exped war das Laschenende so dünn, dass sehr schnell ein Loch reingestochen war. Auch hier ist Hilleberg wieder die Referenz.

Mückenschutz

Alle Eingänge und Lüftungsklappen ins Innenzelt müssen mit Mückennetzen ausgestattet sein. Mückennetze müssen genügend feinmaschig sein und mit Reißverschlüssen verschlossen werden können, da sie ansonsten nicht genügend abdichten. Bei unserem Tunnelzelt von Hilleberg kann auch der Eingang ins Außenzelt mit einem Mückennetz per Reißverschluss geschlossen werden. Das ist sehr praktisch, wenn wegen der Mücken im Außenzelt gekocht und gearbeitet werden muss.

Tipi von Moskoselkatan (jetzt Tentipi)
Bild: Unser Tipi von Moskoselkatan (jetzt Tentipi)
Tipi von Moskoselkatan (jetzt Tentipi)
Bild: Unser Tipi von Moskoselkatan (jetzt Tentipi) mit Ofenrohr
Akto von Hilleberg
Bild: Akto von Hilleberg
Venus 2 von Exped
Bild: Venus 2 von Exped
Nammatj 3 GT von Hilleberg
Bild: Nammatj 3 GT von Hilleberg. Hier noch in der Ausführung ohne gerundete Aussentür
Nammatj 3 GT und Akto von Hilleberg oberhalb des Rapadalen im Sarek-Nationalpark (Schweden)
Bild: Nammatj 3 GT und Akto von Hilleberg oberhalb des Rapadalen im Sarek-Nationalpark (Schweden)

Verankerung mit Häringen

Zelte werden mit Häringen am Boden verankert. Die Häringe können von sehr unterschiedlicher Qualität sein und sollten vor dem Kauf ebenfalls begutachtet werden. Allerdings sind Häringe auch am einfachsten nachträglich durch Höherwertiges zu ersetzen.

Häringe sollen auf der einen Seite leicht sein und auf der anderen Seite beim Einschlagen nicht schnell verbiegen. Zudem sollen sie auch einfach wieder aus dem Boden gezogen werden können. Auch hier haben wir sehr gute Erfahrungen mit den Häringen von Hilleberg gemacht. Die Häringe haben bei leichteren Zelten eine V-Form und bei größeren Zelten eine Sternform. Eine kleine Schnur an jedem Häring ermöglicht leichtes Lösen aus dem Boden. Wir haben immer einen Kunststoffhammer zum Einschlagen der Häringe dabei. Bewährt hat sich ein Karosseriehammer aus dem Baumarkt. Er ist nicht allzu groß und schwer und trotzdem schwer genug um die Häringe gut in harte Böden eintreiben zu können. Mit Steinen sollte man Häringe nicht einschlagen, da man sie damit nur zerstört und gefährlich scharfkantig macht.

Auf Grund ihrer Bauform können Kuppelzelte oftmals auch ohne Häringe stehen. Dies ist natürlich nur von Bedeutung, wenn man häufig Plätze mit hartem Untergrund zum Zelten vorfindet. Der Aufbau ohne Häringe sollte allerdings vor dem Kauf getestet werden, viele Kuppelzelte können ohne Häringe nicht vernünftig stehen. Tunnelzelte müssen immer mit Häringen im Boden verankert werden.

Zeltleinen

Mit Hilfe von Zeltleinen wird das Außenzelt an den Häringen befestigt. Zeltleinen sollen aus einem Material sein, das bei Feuchtigkeit ein wenig aufquillt und so ein Durchrutschen der Leine verhindert. Sie dürfen nicht zu dünn sein, da sie ansonsten beim Auf- und Abbau in die Haut schneiden. Die Farbe der Leine sollte gut sichtbar sein, damit man nicht versehentlich über die gespannten Leinen stolpert. Mit Spannern werden die Leinen stramm gezogen. Selbst bei den Spannern gibt es enorme Qualitätsunterschiede. Sie sollten mit einer Hand bedienbar sein, leicht angezogen werden können und wieder entlastbar sein und nicht die Zeltleine aufrauhen (siehe Referenz Hilleberg).

Zelte und Hersteller

Als privater Nutzer können wir keinen umfangreichen Test unterschiedlichster Hersteller und Zeltformen anbieten. Wir haben bisher die besten Erfahrungen mit Tunnelzelten von Hilleberg gemacht.

Akto von Hilleberg

Bei Solotouren setzen wir das Einpersonenzelt Akto von Hilleberg ein. In Einpersonenzelten lassen sich natürlich keine großen Vorzelte realisieren. Beim Akto reicht der Platz immerhin für einen großen Rucksack oder zwei Paar Fahrradpacktaschen und zusätzlich kann man im Vorzelt noch kochen. Auch im Innenzelt bietet das Akto erstaunlich viel Raum. Selbstverständlich sind Innen- und Außenzelt miteinander gekoppelt und können separat auf- und abgebaut werden. Das Innenzelt steht allerdings nicht ohne Außenzelt. Zum separaten Aufstellen des Innenzeltes benötigt man als Zubehör einzelne Stangenhalter. Der optional zukaufbare Unterboden wird ins Außenzelt eingehängt, Innen- und Aussenzelt sowie Unterboden können als Ganzes aufgestellt werden. Vorne und hinten besitzt das Akto im Außenzelt zwei Lüftungsklappen, die mittels Reißveschlüssen (leider) nur von Außen geöffnet werden können. In der Regel sind sie jedoch dauernd offen, da sich ansonsten sehr schnell Schwitzwasser innen bildet. Nur bei starkem Wind auf eine der Stirnseiten sollte man eine Lüftungsklappe schließen. Der Eingang ins Innenzelt besteht teilweise aus einem Moskitonetz, das bei Wind oder Kälte per Klettverschluss geschlossen werden kann. Im Außenzelt gibt es kein Moskitonetz.

Mit dem zusätzlichen Unterboden wiegt das Akto fast zwei Kilogramm. Laut Hilleberg ist es als Ganzjahreszelt geeignet. Wer auf die Wintertauglichkeit keinen Wert legt, sollte sich das Enan von Hilleberg anschauen. Es hat ungefähr die gleichen Maße, wiegt jedoch nur 1200 Gramm laut Hersteller zzgl. 240 Gramm für den Unterboden.

Bei den Einpersonenzelten musste Hilleberg einige Kompromisse eingehen. Um das Gewicht in einem akzeptablen Bereich zu halten, wurde an den Moskitonetzen und der Größe des Vorzeltes gespart. Trotzdem bietet es für eine Person erstaunlich viel Platz im Innenzelt. Durch die dreieckige Form des Innenzeltes bleibt noch genügend Raum zur Ablage von Ausrüstung und im Außenzelt bringen wir bequem zwei Paar Fahrradpacktaschen oder einen großen Rucksack unter und können sogar noch darin kochen!

Nammatj 3GT von Hilleberg

Unser Standardzelt ist das Tunnelzelt Nammatj 3GT von Hilleberg. Es begleitet uns auf den Radtouren, die wir zu zweit unternehmen. Für zwei Personen ist es mit einer Innenzeltfläche von 160 cm x 220 cm sehr komfortabel. Hinzu kommt ein sehr großes Vorzelt mit 185 cm x 160 cm. In diesem Zelt bekommt man alles untergebracht und kann auch mal längere Regenperioden komfortabel aussitzen. Mit einem Gewicht von vier Kilogramm ist es für zwei Reisende schon recht schwer.

Kochen im Vorzelt des Nammatj 3GT von Hilleberg
Bild: Kochen im Vorzelt des Nammatj 3GT von Hilleberg

Mit drei Personen wird es bei längeren Touren auch im Nammatj 3GT enger, da man im Innenzelt dicht nebeneinander liegt. Da bleibt kein Platz für Ausrüstung im Innenzelt und das riesige Vorzelt wird sehr nützlich.

Das deutlich kleinere Nammatj 2 von Hilleberg bringt nur noch 3 Kilogramm auf die Waage, reduziert jedoch die Zeltbreite auf 130 Zentimeter und die Länge des Vorzeltes auf 105 Zentimeter. Wenn man 4 Paar Packtaschen darin unterbringen möchte, die Schuhe abstellen, sich bei Regen im Vorzelt umziehen und auch kochen möchte, wird es im Nammatj 2 schon ganz schön eng.

Zurück zum Nammatj 3GT: Die Verarbeitung des Vierjahreszeitenzeltes ist ausgezeichnet:

  • Das Gewebe Kerlon 1800 von Hilleberg fürs Außenzelt ergibt in Kombination mit den 10 mm-Stangen eine außerordentlich stabile Konstruktion.
  • Innen- und Außenzelt sind natürlich miteinander gekoppelt und beschleunigen den Aufbau.
  • Durchlaufende, von einer Seite zugängliche Stangenkanäle mit Gestängespannern ermöglichen ein schnelles und leichtes Aufstellen.
  • Die optional erhältliche Zeltunterlage deckt genau die Fläche des Außenzeltes einschließlich der Apsiden ab. Sie wird direkt in das Zelt eingehakt und muss zum Abbau nicht entfernt werden.
  • Der Boden des Innenzeltes ist etwa 10 Zentimeter hochgezogen und schützt vor Überschwemmungen.
  • Wahlweise kann das Innenzelt durch ein Mesh-Innenzelt ersetzt werden, welches als Zubehör erhältlich ist.
  • Außen- und Innenzelt können einzeln aufgebaut werden. Zum separaten Aufstellen des Innenzeltes ohne Außenzelt benötigt man als Zubehör jedoch einzelne Stangenhalter.
  • Alle Eingänge - auch im Außenzelt - und alle Lüftungsklappen sind mit Moskitonetzen versehen, die mittels Reißverschlüssen geregelt werden.
  • Die beiden Lüftungsklappen ermöglichen eine sehr gute Belüftung des Zeltes. Bei starkem Wind oder Sturm können sie zusätzlich per Reißverschluss winddicht verschlossen werden.

Venus 2 von Exped

Mit unserem Leichtgewichtszelt Venus 2 für zwei Personen von Exped sind wir leider nicht zufrieden. Die Qualität ist sehr eingeschränkt. Halterungen und Laschen sind schnell ausgerissen, der Zeltstoff und die Führungen für das Gestänge sind einfach zu dünn und manches ist nicht genügend durchdacht. Der Hersteller scheint noch auf Kosten der Kunden Erfahrungen zu sammeln.

Halterung der Firststange beim Venus 2 von Exped
Bild: Filigrane Halterung der Firststange beim Venus 2 von Exped
Abspannung des Venus 2 von Exped
Bild: Schlecht konstruierter Abspanner am Venus 2 von Exped

Tipi von Moskoselkatan (jetzt Tentipi)

Sehr gute Erfahrungen haben wir mit unserem großen Tipi aus Baumwolle für sieben Personen von Mokoselkatan aus Schweden. Der Hersteller heißt mittlerweile Tentipi und unser Zelt hat inzwischen die Bezeichnung Tentipi BP für 7 Personen. Es bietet sehr viel Platz und mehr mit 4,5 Meter Höhe deutlich mehr als Stehhöhe. Über Leinen lassen sich bequem Lüftungsöffnungen oben in der Zeltspitze regulieren. Zusätzlich gibt es drei Fenster über dem Boden. Alternativ ist das Zelt auch aus viel leichterem Nylon erhältlich. Das Baumwollzelt für sieben Personen wiegt immerhin 11 Kilogramm! Tentipi bietet auch Größen für 15, 9 und 5 Personen an. Betrachtet man das Gewicht pro Person, ist sogar die Baumwollausführung für Wanderer oder Radler transportabel und in der Nylonausführung Zirkon 7 light (für 6 bis 8 Personen) wiegt das Tipi nur noch 5,5 Kilogramm! In der Baumwollausführung kann sogar ein Holzofen aufstellgestellt werden, der es bei Minusgraden behaglich warm im Zelt werden lässt.

Tipi mit Ofen
Bild: Tipi von Tentipi mit Ofen