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Tour durch Island von Möðrudalur zur Askja

Abschnitt:

Möðrudalur - Dreki-Hütte

F910 in der Nähe des Abzweigs der F905
Bild: F910 in der Nähe des Abzweigs der F905

Diese Tourenbeschreibung richtet sich an Auto-Reisende mit PKW oder Wohnmobil und Rad-Tourenfahrer.

Wir beschreiben auf dieser Seite eine 90 Kilometer lange Tour von Möðrudalur über die Hochlandpisten F905 und F910 zur Dreki-Hütte beim Vulkan Askja. Sie ist Teil unserer Beschreibung einer Tour durchs isländische Hochland von Möðrudalur zur Askja. Eine Übersicht zu allen Abschnitten der Strecke ist am Beginn dieser Seite dargestellt.

Tour durch Island von Möðrudalur zur Dreki-Hütte

Infos zum Ausgangsort Möðrudalur und dem Gästehaus Fjalladyrd findet ihr in unserer Beschreibung zur Ringstraße, Abschnitt Möðrudalur - Egilsstaðir.

Die gesamte Strecke ist nicht geteert.

Ab dem Gästehaus Fjalladyrd im Möðrudalur folgen wir zunächst südwärts der Piste 901. Vor dem Schwenk der 901 nach Osten und ihrem Anstieg auf einen 690 Meter hohen Pass verlassen wir nach vier Kilometern die 901 und biegen in die F905 ein. Die grüne Ebene des Möðrudalur liegt nun hinter uns, bis zur Askja fahren wir durch eine braune, sandige Schotterwüste.

Die Hochlandpiste F905 ist im Prinzip für alle Fahrzeuge gut befahrbar. Sie ist sehr gerade und breit, ihre Oberflläche besteht aus vielen losen, kleinen Steinen mit einem Wellblechmuster. Zwei winzige Bäche werden ca. 29 Kilometer nach Möðrudalur gekreuzt, die für kein Fahrzeug ein Problem darstellen sollten. Bei gutem Wetter bietet sich ein guter Blick nach Westen über eine weite Ebene bis zum markanten Tafelberg Herðubreið. Dieser weithin sichtbare Vulkan kommt auf Grund seiner Form der gängigen Vorstellung von Vulkanen sehr nahe. Östlich der F905 erheben sich bis zu 850 Meter hohe Berge, während in Richtung Herðubreið nur einige maulwurfartige Hügelchen die Ebene unterbrechen.

Nach 21 Kilometern auf der F905 mündet die Piste in die von Osten kommende F910. Wir fahren auf der F910 weiter südwärts. Nach nur fünf Kilometern auf der F910 erreicht ihr die erste Furt. Während unserer Befahrung hatte das Wasser des breiten Baches eine Tiefe zwischen 30 und 40 Zentimetern mit einem kiesigen Grund. Die Fließgeschwindigkeit des Wassers erzeugt eine zusätzliche Bugwelle. Eine zweite Furt erreicht ihr nach nur weiteren zwei Kilometern Fahrt. Ihre Tiefe schätzen wir mit ca. 30 Zentimetern ein.

Beide Furten sind technisch zwar einfach, aber wegen ihrer Tiefe für nicht höhergelegte VW-Busse mehr als grenzwertig und nur bei sehr niedrigem Wasserstand zu fahren. Trotzdem sahen wir im weiteren Verlauf der Strecke einige Fahrzeuge mit sehr wenig Wattiefe - ein ganz schönes Risiko, das wir nicht eingehen würden. Touren-Radfahrer dürften die beiden Furten ohne größere Probleme mit Schieben bewältigen. Allerdings kann der Wasserdruck beim Queren schon ganz schön zusetzen.

Die F910 ist die beliebteste und am stärksten frequentierteste Anfahrtsroute von Osten ins Hochland. Wer die zwei Furten geschafft hat, kommt ohne weitere Probleme bis zur Askja. Auch viele Mietfahrzeuge sind hier unterwegs. Der rege Verkehr produziert ein solides Wellblechmuster auf der Piste, was Fahrzeug und Insassen ordentlich beansprucht.

Nach den beiden Furten schwenkt die F910 nach Westen und erreicht nach 12 Kilometern den Gletscherfluss Kreppa. Ohne die Brücke wäre er kaum zu queren. Nun schwenkt die F910 in einem weiten Bogen nach Süden. Östlich verläuft parallel zur Strecke die Kreppa und westlich der Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum. Wir erreichen den 852 Meter hohen Berg Lónshnúkur. Die Kreppa umfließt den Lónshnúkur an seiner östlichen Flanke während die F910 ihn auf seiner westlichen Seite begleitet.

Nach 18 Kilometern zweigt geradeaus eine schwierigere Piste mit zwei Furten (Bodenfreiheit erforderlich) nach Kverkfjöll ab, nach weiteren zwei Kilometern zweigt links die einfacher zu befahrene und sehr lohnende F902 nach Kverkfjöll ab (siehe unsere Tourenbeschreibung F902).

Wir aber bleiben auf der F910 und erreichen drei Kilometer nach dem Abzweig den Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum. Die Jökulsá ist einer der ganz großen vom Vatnajökull gespeisten Gletscherflüsse. Sie fließt nach Norden zum Meer und hat dort unter anderem eine beeindruckende Schlucht mit dem Dettifoss geschaffen.

Die wilde Jökulsá wird natürlich mit Hilfe einer Brücke gequert. Sie wäre ansonsten für keinerlei Art von Fahrzeug zu furten. Von der Brücke habt ihr einen beeindruckenden Blick auf das schlammig-graue, tobende Wasser.

Nun sind wir im Nationalpark Vatnajökull. Besonders beeindrucken nun die noch sehr jungen Lavafelder. Der letzte Vulkanausbruch liegt erst 5 Jahre zurück. Die Eruption des Bárðarbunga 2014/15 war die größte in Island seit 230 Jahren und bedeckte eine Fläche von 85  Quadratkilometer mit einer 10-14 Meter hohen Lavaschicht. Bizarre Lavaformationen und roter Sand bilden tolle Kontraste, besonders bei tiefer stehender Sonne abends oder morgens für Fotoliebhaber sehr lohnend.

10 Kilometer fahren wir nach der Brücke in nordwestlicher Richtung durch eine große, ebene Schotterwüste und erreichen am Fuße des 1065 Meter hohen Herðubreiðartögl den Abzweig der F88. Über die F88 könnt ihr 79 Kilometer nach Norden zur Ringstraße fahren. Auf dieser Piste erwarten euch Furten mit bis zu 50 Zentimetern Wassertiefe.

Wir bleiben in Richtung Westen auf der F910, die nun durch eine beeindruckende Gegend führt. Nach 13 einfachen Kilometern durch eine ebene Schotterfläche erreichen wir die Dreki-Hütten. Sie liegen unmittelbar am Rande des über 1000 Meter hoch aufragenden Dyngjufjöll-Gebirges mit dem Vulkan Askja in seinem Zentrum.

Dreki besteht auf Grund der vielen Touristen aus einer Ansammlung mehrerer Hütten des isnländisschen Wandervereins. Dazu gehört auch ein einfaches Sanitärgebäude mit Duschen und warmen Wasser sowie ein Campinggelände auf einer ebenen Schotterfläche. Auch die Ranger des Nationalparks haben hier eine Station und geben sachkundige Auskunft über Wandermöglichkeiten und Zustand der Pisten.

Direkt hinter den Dreki-Hütten führt die steile Drekagil (Drachenschlucht) ins Gebirge. Auf einem schmalen Pfad könnt ihr einige hundert Meter entlang eines Baches in die Schlucht vorstoßen, wo euch interessante Lavaskulpturen erwarten. Nach ca. 30 Minuten erreicht ihr einen Wasserfall am Ende der Schlucht.

Über Campingplätze entlang dieser Etappe und Entfernungen zwischen den wichtigen Wegpunkten informiert die Streckenübersicht.

Karte zur Tour von Möðrudalur zur Askja
Bild: Karte zur Tour von Möðrudalur zur Askja
Bild: Piste 901 im Möðrudalur
Bild: Piste 901 im Möðrudalur
Möðrudalur
Bild: Möðrudalur
F905
Bild: F905
F905 nicht weit nördlich des Abzweigs der F910
Bild: F905 nicht weit nördlich des Abzweigs der F910
Bild: Jökulsá á Fjöllum
Bild: Blick von der Brücke über die Jökulsá á Fjöllum
Bild: Höhendiagramm zur Tour von Möðrudalur zur Askja
Bild: Höhendiagramm zur Tour von Möðrudalur zur Askja (Nächste Seite Nächste Seite)