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Tour durch Island: Ringstraße

Abschnitt:

Möðrudalur - Egilsstaðir

Piste 901 in der Nähe des Abzweigs der F905
Bild: Piste 901 östlich des Abzweigs der F905
Karte zur Tour von Möðrudalur nach Egilsstaðir
Bild: Karte zur Tour von Möðrudalur nach Egilsstaðir

Diese Tourenbeschreibung richtet sich an Auto-Reisende mit PKW oder Wohnmobil und Rad-Tourenfahrer.

Wir beschreiben auf dieser Seite eine 101 Kilometer lange Tour von Möðrudalur nach Egilsstaðir. Sie ist Teil unserer Beschreibung einer Umrundung Islands auf der Ringstraße für Radfahrer und Autoreisende. Eine Übersicht zu allen Abschnitten zur Ringstraße ist am Beginn dieser Seite dargestellt.

Tour durch Island auf der Ringstraße von Möðrudalur nach Egilsstaðir

Wir starten am Abzweig der Piste 901 von der Ringstraße zum Bauernhof Möðrudalur. Hier bietet sich eine lohnenswerte Alternative zur Ringstraße über die Piste 901 an. Sie bietet die einfachste Möglichkeit, einmal das Hochland abseits geteerter Straßen zu erleben.

Beide Strecken sind mit 40 Kilometern genau gleich lang. Die 901 ist jedoch wesentlich bergiger und steiler (siehe Höhendiagramm am Ende dieser Seite), jedoch landschaftlich viel interessanter. Es wird daher von uns empfohlen, dieser Route zu folgen. Die Piste kann in einem guten Zustand sein, wenn sie vor nicht allzu langer Zeit geglättet wurde. Durch den touristischen Verkehr bilden sich jedoch schnell Wellblechmuster auf dem Schotter, die ordentlich durchrütteln. Trotzdem ist die 901 für Fahrzeuge aller Art gut zu fahren, es gibt keine Furten.

Auch für Touren-Radfahrer stellt der Belag grundsätzlich kein Problem dar. Das Wellblechmuster kann natürlich ordentlich in die Gelenke gehen. Die steilen Anstiege gestalten das Radeln auf der 901 in Kombination mit dem fehlenden Teerbelag anstrengend. Radfahrer sollten bei Regen und starken Winden eher auf der geteerten Ringstraße bleiben.

Alternativroute auf der 901 über Möðrudalur

Am Abzweig der 901 von der Ringstraße gibt es inzwischen ein Café, das Beitarhúsið, was sicher bei schlechtem Wetter für Touren-Radfahrer ein willkommener Unterschlupf ist.

Für einige hundert Meter ist die 901 noch geteert, dann beginnt eine feste, gut befahrbare Schotterdecke. Westlich der 901 erheben sich graubraun das 800 Meter hohe Geldingafell und das 647 Meter hohe Sandfell. Etliche Kilometer östlich der 901 erstreckt sich von Nord nach Süd das westliche Möðrudalsfjallgarður mit bis zu knapp 900 Meter hohen Bergspitzen. Zwischen beiden Höhenzügen liegt das weite, grüne Möðrudalur.

Nach sieben Kilometer durch eine leicht wellige Ebene erreichen wir auch schon den Bauernhof Möðrudalur.

Möðrudalur ist der höchstgelegene Bauernhof Islands. Seit den Tagen der ersten Besiedlung des Landes gibt es hier einen Bauernhof. Aus unserer Sicht gehört ein Besuch des Hofes und auch eine Übernachtung zum Pflichtprogramm einer Islandreise. Natürlich sehen das auch viele andere Touristen so, daher kann es hier bisweilen arg voll werden. Auch von Reisebussen wird Möðrudalur angefahren, deren Insassen hier mit einem Mittagsmahl verköstigt werden.

Überraschend viele Gebäude sind Teil der weitläufigen Anlage. Stallungen und Unterkünfte für das Personal stehen etwas abseits der Straße. Unmittelbar an der Piste sind in netten Holzgebäuden mit von Wiese bewachsenen Dächern das Fjallakaffi, Hotelzimmer und einige Hütten, die vermietet werden, untergebracht. In einem weiteren Holzgebäude befindet sich eine kleine Tankstelle, die angesichts der hohen Spritpreise nur im Notfall in Anspruch genommen werden sollte. Zwischen allem steht noch eine hübsche kleine Kapelle.

Im gemütlichen Fjallakaffi werden warme Speisen und Kuchen angeboten. Der weitläufige Campingplatz mit einer guten Wiese liegt abgwandt von der Straße unmittelbar vor dem Café mit einem herrlichen Blick Richtung Westen über die weite Ebene auf den majestätischen Vulkan Herðubreið.

Alleine schon dieser Ausblick ist eine Übernachtung und / oder einen Aufenthalt im Café wert, das ebenfalls in Richtung Westen ausgerichtet ist.

Die Sanitäranlagen sind eher spartanisch und werden leider nur sehr unregelmäßig gereinigt.

Was könnt ihr hier unternehmen? Es werden Jeeptouren zum Vulkan Herðubreið, zur Askja und zum Kverkfjöll angeboten. Darüber hinaus können Wanderungen durch die Wiesen unternommen werden. Allerdings ist die weite Graslandschaft erstaunlich feucht und da es keine markierten Wege gibt, die um die Feuchtgebiete herum führen, bleiben nasse Füße kaum aus.

Vom Hof Möðrudalur führt die 901 zunächst vier Kilometer leicht ansteigend in Richtung Südosten durch die Grasebene. Dann ist der Abzweig der Hochlandpiste F905 erreicht.

Das Grasland liegt nun hinter uns, wir fahren in eine graubraune, karge und trockene Schotterlandschaft, in der kaum etwas wächst. Insbesondere,wenn wenig Verkehr auf der 901 herrscht, spürt ihr hier den Reiz des abweisenden, fast lebensfeindlichen Hochlandes, eine Landschaft, die wir in Mitteleuropa nicht kennen.

Unsere Route auf der 901 biegt weiter nach Osten ab und steigt unterhalb des Miklafell auf den nächsten 4,5 Kilometern um 180 Höhenmeter mit bis zu 12% auf 690 Meter über dem Meeresspiegel an. Wir queren hier den westlichen Möðrudalsfjallgarður, einen langen Höhenzug, der sich von der Ringstraße bis südlich der 901 erstreckt.

Wenn Wolken auf dem Pass und in den Berge hängen, wirkt die Landschaft bedrohlich und abweisend. Es kann rasch empfindlich kalt werden. Bei schlechtem Wetter ist dieser Abschnitt kein Zuckerschlecken für Radfahrer.

Gleich nach der Passhöhe senkt sich die 901 auf nicht mal einem Kilometer in Serpentinen um 60 Höhenmeter hinunter zum Geitasandur.

Vier Kilometer führt die Piste nach der Abfahrt ansteigend durch den Geitasandur, dann geht es auf nur einem Kilometer erneut steil mit bis zu 11% um 50 Höhenmeter auf eine Passhöhe von knapp 700 Metern hoch. Wir queren hier den östlichen Höhenzug Möðrudalsfjallgarður und haben auf der Passhöhe den höchsten Punkt der 901 bewältigt.

Auf den nächsten drei Kilometern rollen wir um 140 Höhenmeter hinab. Bis zur Ringstraße folgt nun dreimal ein Auf und Ab zwischen 50 und 70 Höhenmetern.

Sieben Kilometer vor Erreichen der Ringstraße biegt rechts nach Süden die Piste 907 ab. Unsere Route bleibt auf der 901. An der Einmündung in die Ringstraße sind wir "nur" noch 580 Meter hoch.

Über die Ringstraße nach Egilsstaðir

Wir starten auf der Ringstraße am westlichen Abzweig der 901.

Vor uns liegt der westliche Möðrudalsfjallgarður. Auf einer Distanz von sieben Kilometern steigt die Ringstraße um 130 Höhenmter bis auf 600 Meter über Meereshöhe an. Den westlichen Möðrudalsfjallgarður queren wir durch das Langidalur. Am nördlichen Ende des östlichen Möðrudalsfjallgarður bemerken wir im Gegensatz zur Route über die 901 keinen weiteren Anstieg.

Es geht sehr schön an Bächen entlang bergab. Für Radfahrer bieten sich schöne Zeltstellen auf einer Höhe von 584 Metern an der Position N65 27.855 W15 45.252.

Schließlich geht es auf sechs Kilometern um 116 Höhenmeter zum Abzweig der Straße 85 hinunter. Hier gibt es weitere Zeltmöglichkeiten für Radfahrer (Position N 65° 27,537' W 15° 30,384', Höhe 481 Meter).

Am Abzweig der 85 biegt die Ringstraße scharf nach Süden ab und erreicht nach 20 Kilometern mit insgesamt nur 90 Höhenmetern Steigung erneut die vom Hof Möðrudalur kommende Piste 901.

Nun geht es auf der Ringstraße 380 Höhenmeter auf einer Distanz von 10 Kilometern mit fast kontinulierlich 6% steil hinunter ins Jökuldalur. Unten im Tal erreichen wir am Ende der Abfahrt kurz nach dem Abzweig der Straße 923 das in einer ehemaligen Schule untergebrachte Gästehaus Skjöldólfsstaðir. Die Straße 923 (der wir nicht folgen) führt durch das Tal der Jökla aufwärts und wird später zur Hochlandpiste F910.

Piste 901 zwischen westlichem Abzweig von der Ringstraße und Möðrudalur
Bild: Piste 901 zwischen westlichem Abzweig von der Ringstraße und Möðrudalur
Landschaft bei Möðrudalur
Bild: Landschaft bei Möðrudalur
Piste 901 bei Möðrudalur
Bild: Piste 901 bei Möðrudalur
Hof Möðrudalur
Bild: Hof Möðrudalur
Blick von Möðrudalur auf den Vulkan Herðubreið
Bild: Blick von Möðrudalur auf den Vulkan Herðubreið
Anstieg der 901 nach dem Abzweig der F905
Bild: Anstieg der 901 nach dem Abzweig der F905
Piste 901 zwischen den Abzweigen der F905 und 907
Bild: Piste 901 im Geitasandur zwischen den Abzweigen der F905 und 907
Vididalur, Island
Bild: Blick von der Ringstraße über die Botarheiði ins Jökuldalur
Ringstraße führt von der Jökulsheidi hinab ins Jökuldalur
Bild: Ringstraße führt von der Jökulsheiði hinab ins Jökuldalur

Wer die Ringstraße seit dem Myvatn nicht verlassen hat, erreicht mit Skjöldólfsstaðir das erste Haus und die erste Möglichkeit zur Einkehr. Die nächste Möglichkeit bietet sich erst wieder nach etwa 50 Kilometern in Egilsstaðir oder in dem 3 Kilometer vorher liegenden Ort Fellabær. Skjöldólfsstaðir hat jedoch mit Ausnahme des Speiseangebots im Restaurant keinen Lebensmittelverkauf.

Die Ringsstraße folgt nun dem mit grünen Weideland ausgekleideten Jökuldalur entlang des Gletscherflusses Jökulsa á Brú bzw. Jökla. Auf einer Distanz von 28 Kilometern geht es überwiegend abwärts bis zur Brücke über die Jökla. Im Jökuldalur passieren wir einige Bauernhöfe auf dem Weg zur Brücke. An der Brücke sind wir nur noch 100 Meter hoch. Links zweigt vor der Brücke die Piste 917 zum Meer ab. Über diese sehr interessante Strecke könnt ihr die Nordküste Islands entdecken (siehe hierzu unsere Tourbeschreibung 85 von Egilsstaðir nach Akureyri).

Kurz hinter der Brücke über die Jökla zweigt links die Straße 925 nach Norden ab. Über diese Strecke könnt ihr eine kleine Rundfahrt nach Bakkagerði am Borgarfjörður und zurück nach Egilsstaðir in eure Tour einbauten. Am Borgarfjörður gibt es sehr schöne Wandermöglichkeiten und eine herausragende Möglichkeit zum Beobachten von Papgeientauchern (siehe Tourbeschreibung).

Nach der Brücke steigt die Ringstraße auf der anderen Seite der Jökla auf zwei Kilometern 150 Höhenmeter mit 6 bis 9% an. Wenn die Steigung bewältigt ist, fahren wir bis Egilsstaðir auf den letzten 20 Kilometern überwiegend bergab. Die Landschaft ist zusehends dichter besiedelt, es tauchen immer mehr Bauernhöfe auf, dann erreicht die Ringstraße den Ort Fellabær und nach Überqueren einer Brücke über den Ausfluss des großen Sees Lagarfljót ist das Ziel Egilsstaðir erreicht.

Egilsstaðir ist mit 2500 Einwohnern die größte Stadt im Osten Islands und verfügt über alle wichtigen Infrastruktureinrichtungen. Es gibt einige Supermärkte, mehrere Hotels und Pensionen, eine Touristeninformation, ein Schwimmbad und auch einen Campingplatz und sogar einen Flughafen mit Inlandsverbindung nach Reykjavik.

Von Egilsstaðir erreicht ihr über die 93 Seyðisfjörður, wo die Fähre nach Dänemark anlegt (siehe unsere Tourbeschreibung 93). Über die 94 gelangt ihr von Egilsstaðir auf direktem Weg zu dem bereits oben erwähnten Ort Bakkagerði (siehe Tourbeschreibung).

Über Campingplätze entlang dieser Etappe informiert die Streckenübersicht.

Höhenprofil zur Tour von Möðrudalur nach Egilsstaðir
Bild: Höhenprofil zur Tour von Möðrudalur nach Egilsstaðir (Nächste Seite Nächste Seite)