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Rundfahrt Westfjorde, Island

Abschnitt:

Hólmavik - Heydalur

Piste um den Mjóifjörður
Bild: Piste 633 um den Mjóifjörður
Karte zur Tour von Hólmavik nach Heydalur
Bild: Karte zur Tour von Hólmavik nach Heydalur

Diese Tourenbeschreibung richtet sich an Auto-Reisende mit PKW oder Wohnmobil und Rad-Tourenfahrer.

Wir beschreiben auf dieser Seite eine 115 Kilometer lange Tour von Hólmavik nach Heydalur. Sie ist Teil unserer Beschreibung einer Umrundung der Westfjorde Islands. Eine Übersicht zu allen Abschnitten zur Strecke ist am Beginn dieser Seite dargestellt.

Rundfahrt durch die Westfjorde Islands von Hólmavik nach Heydalur

Wir starten diese Tour in Hólmavik an der Ostküste der Westfjorde Islands. Achtung: Bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit in Isafjörður sind 225 Kilometer zu fahren. Radfahrer können sich eventuell im Restaurant des Gästehauses Heydalur mit einigen Lebensmitteln versorgen. Und in Suðavik, 17 Kilometer vor Isafjörður, gibt es noch ein kleines Geschäft, falls es nicht schon zwischenzeitlich mangels Nachfrage geschlossen hat.

Nur 2,5 Kilometer nach Hólmavik geht es mit bis zu 7% bergan. Auf den ersten 6 Kilometern ab der Kreuzung umgeht die Straße 61 hier zwei steil in den Steingrimsfjörður abfallende Berge. Auf nur 80 Metern über Meeresniveau ist die kleine Passhöhe erreicht und es geht mit 7% hinunter zum Steingrimsfjörður.

Vier Kilometer fahren wir noch am Ufer des Fjordes entlang, dann erreichen wir an seinem inneren Ende den Abzweig der Straße 643. Sie führt als Sackgasse weiter über einsame, landschaftliche äußerst reizvolle 96 Kilometer entlang der Ostküste bis Norðurfjörður, ein sehr lohnender Abstecher. Siehe hierzu unsere ausführliche Beschreibung dieser Tour inklusive eines Abstechers zum Ófeigsfjörður.

Unsere Route auf der 61 schwenkt nun ins grüne Staðarðalur. Es beginnt der Aufstieg zu einem 439 Meter hohen Pass in der Steingrimsfjarðarheiði. Auf den ersten 10 Kilometern vom Abzweig der 643 bleibt die Steigung mit ca. 2% sehr gemäßigt. Dann beginnt für Touren-Radfahrer ein anstrengender Anstieg während 7 Kilometer um 350 Höhenmeter mit 9% Steigung und vielleicht auch mal etwas mehr. Radfahrer sollten vor Beginn der Tour den Wetterbericht einholen, denn in der kargen Steingrimsfjarðarheiði kann es auch im Hochsommer empfindlich kalt werden. Heftige Winde können das Radeln unmöglich machen. Im Winter ist der Pass in der Regel gesperrt und kein Durchkommen über die 61 zur nördlichen Ringstraße.

In der Heiði präsentiert sich die Landschaft fast vegetationslos, wir blicken über eine weite, leicht hügelige Schotterfläche, die von kleinen Seen durchsetzt ist.

Kurz hinter der Passhöhe zweigt links die Piste 608 über einen 490 Meter hohen Pass zum Þorskarfjörður an der Westküste ab. Die 61 senkt sich nun auf den nächsten 22 Kilometern hinunter zum Isafjarðardjúp, einem riesigen Fjord der sich über 50 Kilometer in den nördlichsten Zipfel der Westfjorde hinein erstreckt und damit die große, fast unbewohnte Halbinsel Hornstrandir mit dem Drangajökull im Nordosten der Westfjorde bildet.

Nach 50 Kilometern ab Hólmavik erreichen wir das Ufer des Isafjarðardjúp. Kurz zuvor biegt rechts die Piste 635 nach Dalbær ab. Einsame 41 Kilometer geht es über die 635 auf wunderschöner Strecke entlang des nordöstlichen Ufers des Isafjarðardjúp bis nach Dalbær. Hier endet die Piste, weiter kommt man dann nur noch zu Fuß in schönen Mehrtagestouren. Auf den Weg nach Dalbær könnt ihr einen Abstecher zu einer Gletscherzunge des Drangajökull unternehmen, eine sehr schöne Halbtageswanderung führt euch in das Kaldalon (kalte Tal) bis an den Rand des Eises, bei gutem Wetter eine wirklich lohnende Tour. Siehe hierzu unsere separate Tourenbeschreibung zur 635.

Unsere Hauptroute auf der Straße 61 folgt nun auf 174 Kilometern sieben kleinen Nebenfjorden entlang der Südseite des Isafjarðardjúp - mit dem Boot wären es nur 50 Kilometer bis Isafjörður.

Unser erster zu umrundender Fjord ist der Isafjörður. 35 Kilometer kostet uns das Ausfahren des im vorderen Bereich von niedrigen Hügeln umgebenen Wasserarms. Je tiefer wird in den Fjord hineinfahren, umso höher und steiler werden die begrenzenden Berge.

Bei Hólmavik haben wir am Steingrimsfjörður die letzten Bauernhöfe gesehen. Hier am Isafjörður suchen wir vergebens nach Höfen. Nur wenige Bauern halten in dieser einsamen Region weit abseits von Orten noch die Stellung.

Am westlichen Eingang in den Isafjörður liegt links der Straße der kleine Reykjarfjörður, nur ein schmaler Landstreifen trennt ihn vom Isafjörður. An der Spitze der durch die beiden Fjorde gebildeten Landzunge liegt das Hotel Reykjanes (siehe Streckenübersicht) mit einem großen, wenig einladenden warmen Schwimmbecken.

Auf einer Brücke queren wir den Ausgang des Reykjarfjörður. Für 7 Kilometer verlässt die 61 nun die Wasserkante und quert mit 7 bis 8% einen kleinen Pass von 125 Metern Höhe.

Auf der anderen Seite des Passes erreichen wir den Mjóifjörður. 12 Kilometer reicht der schmale Fjord ins Land hinein. Die 61 quert den noch nicht einen Kilometer breiten Eingang des Mjóifjörður mittels einer Insel und einer Brücke.

Wer Zeit hat oder in Heydalur übernachten möchte, biegt am Ufer in die gut befahrbare Piste 633 ein. 28 zusätzliche Kilometer kostet der landschaftlich schöne ungeteerte Weg um den Mjóifjörður herum. In seinem inneren östlichen Bereich erwartet euch nahe der Wasserkante der eingefasste einfache Hot Pot Hörgshliðarlaug mit schönem Blick über den Fjord.

Auf der Westseite des Mjóifjörður zweigt das Heydalur ab. Ein 2 Kilometer langer Stichweg führt zum vollständig auf Tourismus ausgerichtete Hof Heydalur. Zum Angebot gehören Ausritte , Gästezimmer, ein Restaurant, ein Pool in einem Gewächshaus und ein großes Campinggelände (siehe auch Streckenübersicht).

Auf der anderen Seite des Baches gibt es eine heiße Quelle, in der ihr euch aufwärmen könnt. Das Personal erklärt euch den Weg.

Zudem könnt ihr über einen Treckerweg talaufwärts zu einem Wasserfall wandern. Nach einer Stunde Gehzeit seht ihr den Wasserfall rechts in einer Scharte herabstürzen. Rechts der Scharte führt ein Pfad steil aufwärts, der sich allerdings später verliert. Am Besten seht ihr den Wasserfall aus einiger Entfernung von der Brücke über den Bach.

Über Campingplätze und Geschäfte entlang dieser Etappe informiert die Streckenübersicht.

Straße 61 im Staðarðalur
Bild: Straße 61 im Staðarðalur
Steiler Anstieg der Straße 61 durch das Staðarðalur zur Passhöhe 439
Bild: Steiler Anstieg der Straße 61 durch das Staðarðalur zur Passhöhe 439
Straße 61 bei der Passhöhe 439 Meter in der Steingrimsfjarðarheiði
Bild: Straße 61 bei der Passhöhe 439 Meter in der Steingrimsfjarðarheiði kurz vor dem Abzweig der 608
Isafjörður
Bild: Isafjörður
Mjóifjörður mit der Brücke über den Eingang in den Fjord
Bild: Mjóifjörður mit der Brücke über den Eingang in den Fjord
Campingplatz und Gästehaus Heydalur
Bild: Campingplatz und Gästehaus Heydalur
Heydalur
Bild: Heydalur
Mjóifjörður mit der Brücke über den Eingang in den Fjord
Bild: Mjóifjörður mit der Brücke über den Eingang in den Fjord
Höhenprofil zur Tour von Hólmavik nach Heydalur
Bild: Höhenprofil zur Tour von Hólmavik nach Heydalur (Nächste Seite Nächste Seite)